Norwegen,Nordkap und Spitzbergen

Am 31. Juli startet meine Reise, als Reiseleiterin einer Gruppe von 45 Personen ins nördliche Eismeer.

In den frühen Morgenstunden, bei sommerlichen Temperaturen sammeln wir unsere Gäste in Minivans ein und beginnen den Transfer zum Flughafen Wien Schewechat. Dort treffen wir auf den Rest der Reisegruppe. Einige davon werden auf MS ALBATROS, für die Route „Große Großbritannienreise“ einchecken und der andere Teil auf MS ARTANIA für Norwegen, Nordkap und Spitzbergen.

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Von den sommerlichen Temperaturen Mitteleuropas wird uns unsere Reise bis an riesige Gletscher des nördlichen Eismeeres führen. Wir werden uns die Nächte zum Tag machen, da dort im Sommer die Sonne niemals untergeht und die gewaltige Natur uns auch Nachts nicht schlafen lassen wird. Wir werden den nördlichsten Punkt Europas passieren um dann auf dem Nordkap in die Endlosigkeit zu blicken. Unsere Kreuzfahrt wird uns die unfassbare Natur eines Landes zeigen, von der viele noch lange sprechen werden. Wir werden eine Tierwelt in Wasser und an Land sehen, so wie wir sie nur in Zoos zuvor gesehen haben. Das Wetter wird einige Male zur Herausforderung werden und die Kulinarik eines Landes wird unsere Gaumen verwöhnen. Am Ende der Reise kreuzen wir in den schönsten Fjorden und bewundern die Vereinbarkeit mit Mensch und Natur.

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Unser Flug führt uns von Wien über Frankfurt nach Bremen. Als Reiseprofi kenne ich den Flughafen Frankfurt am Main nur zu gut und weiß, dass man genügend Zeit für einen Flugzeugwechsel einplanen muss. Wir haben noch kurz Zeit für einen Kaffee und dann geht’s schon wieder weiter. Der Flughafen in Bremen ist übersichtlich, ordentlich und grundsätzlich sind alle sehr freundlich, wenn man den trockenen Humor der norddeutschen Bevölkerung verstehen will.

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Wir haben einen Privattransfer nach Bremerhaven gebucht. Unser Fahrer erwartet uns bereits in der Ankunftshalle. Auf der Strecke Bremen – Bremerhaven sollte man auch genügend Zeit einplanen, da es immer wieder zu Behinderungen kommen kann.

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Derzeit werden Wartungsarbeiten durchgeführt und es ist nur eine Fahrspur frei. Wenn man Zeit hat, ist alles viel entspannter und so können wir uns über die vielen „Drängler“ ziemlich amüsieren und das macht uns die Fahrt sehr kurzweilig.

Ich erzähle meinen Gästen während der Fahrt, was sie am Cruise Terminal in Bremerhaven erwarten wird. Schließlich ist es nicht nur für Phoenix Reisen und dem Hafenmanagement ein großer Tag, den es logistisch zu bewältigen gibt. Auch viele Schaulustige und Besucher sind gekommen um das Flottentreffen der 4 Phoenix Schiffe zu bestaunen. So werden sich an diesem Tag inklusive der Passagiere rund 10.000 Menschen an der Columbuskaje tummeln.

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Viele Aktivitäten wurden dafür geplant und bis meine Gäste an Bord der Schiffe gehen können und ihr schwimmendes Zuhause für die nächste Wochen erkunden können, gibt es viel zu sehen.

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Bei unserer Ankunft können wir sofort einchecken, aber die Schiffe müssen erst noch für die neuen Gäste „flott“ gemacht werden und so haben alle noch Zeit das bunten Treiben im Terminal zu beobachten.

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Nun kann ich meine Gruppe sich selbst überlassen und das „alte“ Traumschiff“ MS Deutschland, das für den Sommer von Phoenix Reisen gechartert wurde, besichtigen.

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Zu oft habe ich dieses wunderbare Schiff über den Bildschirm kreuzen gesehen und nun darf ich es endlich betreten. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich bekennender Fan der ZDF Serie „Das Traumschiff“ bin, da die Aufnahmen einfach unverwechselbar sind und es eine Lust an Kreuzfahrt und Reisen vermittelt, wie keine Andere.

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Die Deutschland zählt zu den gemütlichen  Klassikern unter den kleineren Ozeanlinern. Hier trifft die Redewendung „klein aber fein“ völlig zu. Luxuriöse Ausstattung der 20iger Jahre gemischt mit familiärer Phoenix Atmosphäre.

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Von Kapitän Hubert Flohr, der schon vor vielen Jahren, das Traumschiff durch die Weltmeeren geführt hat, bekomme ich eine hoch interessante und persönliche Führung. In jedem seiner Worte kann man erkennen, wie tief sein Herz mit diesem Schiff verankert ist.

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Mit maximal 400 Gästen ist es das kleinste Schiff in der Flotte. Die Kabinenausstattung steht aber keinem modernen Schiff hinten an.

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Der Spa Bereich ist wunderschön und strahlt schon beim Betreten eine besondere Ruhe aus. Restaurants und Bars wirken sehr einladend. Überhaupt strahlen alle öffentlichen Räumlichkeiten eine gewisse Gemütlichkeit, verbunden mit dem Luxus der Vergangenheit, aus.

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Nach einer kleinen Kaffeepause muss ich mich leider von diesem Traumschiff verabschieden und mein Weg führt mich zur Albatros, der „weißen“ Lady“ aus der beliebten  ARD Doku „Verrückt nach Meer“. MS Albatros und das Team an Bord sind mir mehr als vertraut, da mein Mann einer der Kapitäne dort ist, derzeit aber auf MS Artania seinen Dienst nachgeht. Hier werde ich nun meine Gruppe, bei einem Cocktail und leckeren Fingerfood, auf die „Große Großbritannienkreuzfahrt“, verabschieden.

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Ich freue mich sehr darauf um viele Gäste endlich persönlich kennenzulernen, da ich einige nur aus Emails und Telefongesprächen kenne. Zu gerne hätte ich diese Gesellschaft länger genossen, aber auch ich musste ein Schiff erreichen und so verabschiedete ich mich nur schweren Herzens. Dennoch ist es schön zu wissen, dass ich diese gelaunten, voller Vorfreude und fröhlichen Gäste an Bord der „weißen Lady“ in den besten Händen des Teams dort, zurückzulassen kann.

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Auf dem Weg zur Artania merke ich die ersten Ermüdungserscheinungen, schließlich bin ich bereits seit 16 Stunden auf den Beinen und die 2 Stunden Ruhe vor unserer Abfahrt zu Hause waren einfach zu wenig. Dennoch muss ich noch ein paar Stunden durchhalten bevor ich den wohlverdienten Schlaf fallen darf.

Für ein Einschiffungsfoto ist man nie zu müde und es muss einfach sein, da es eine wunderbare Erinnerung an die Kreuzfahrt ist. Also lächeln und „klick“, das wars, nun darf ich endlich mein liebstes aller Phoenix Schiffe MS Artania – die „Grand Lady“, betreten.

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Begrüßt werde ich von Kreuzfahrtdirektor Thomas Gleiss, den ich auch schon von vielen Kreuzfahrten kenne und der uns in all den Jahren ein guter Freund geworden ist.

Nun noch schnell meine Gäste an Bord aufsuchen, nachfragen ob auch alle mit den Kabinen zufrieden sind, aber auch um zu sehen, ob es alle bereits an Bord geschafft haben. Aufgrund der guten Logistik sind alle glücklich, wenn auch etwas müde, an Bord und jeder sieht dem großen Auslaufevent entgegen. Die ersten kleinen Boote mit Besuchern und Schaulustigen haben sich bereits in nächster Nähe der 4 Phoenix Schiffe positioniert um ihren Gästen den besten Ausblick zu verschaffen.

Nachdem schon Frühstück und Mittagessen für mich ausgefallen ist, lasse ich das Abendessen auch aus, die nächsten Tage werde ich wahrscheinlich froh darüber sein.

Mittlerweile ist es spät geworden und nun darf auch ich mich zurück ziehen und die Show beim Auslaufen genießen. Die letzten Besucher müssen nun die Artania verlassen und sie warten an der Pier auf das große Abschiedswinken.

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Vor der Artania spielt eine Band wundervollen Jazz und der Kapitän beginnt mit dem Ablegemanöver. 1000 Hände winken uns vom Terminal und den Booten zu. Kapitän Hansen lässt als Abschied 3x  das Schiffshorn erklingen und gleich danach hören wir an Bord „Audemus“ – die Auslaufmelodie der „Grand Lady“, die für zusätzliche Gänsehaut sorgt.

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Es ist einfach wunderbar wenn sich so ein Schiff in Bewegung setzt und Emotionen in Menschen hervorruft, von denen sie selber gar nichts wussten. Selbst ich ertappe mich immer wieder, wenn sich meine Augen mit Salzwasser füllen. Gerade diese Reise ist eine meiner emotionalsten überhaupt. Man bereitet ein Jahr oder vielleicht auch länger die Kreuzfahrt vor, plant für die Gäste bis ins letzte Detail um allen eine unvergessliche Reise zu bieten und dennoch passieren kurzfristig Dinge, die einem einfach aus der Bahn werfen. Sich aus solchen unvorhersehbaren Momenten zu befreien und neu zu motivieren, erfordert eine unglaubliche Selbstdisziplin. Mut und Zuversicht geben dann die Gäste, die sich auf eine schöne, vielleicht unvergessliche Reise begeben und diese haben nur das Beste verdient. Ihnen gegenüber habe ich Verantwortung übernommen, die am Tag der Ankunft zu Hause endet und für die ich einstehe.

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Diese Kreuzfahrt beginnt also für mich mit Gänsehaut und vielen Emotionen. Es ist eine Reise ins Ungewisse und nun gilt es die negative Energie umzuwandeln um daraus das Beste zu machen und um schlussendlich das Gute herauszuholen um eine, im Endeffekt, positive und unvergessliche Erinnerung daraus zu machen. Eine Herausforderung der besonderen Art aber auch aus negativen Ereignissen kann man lernen und das darf man nie vergessen.

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Nachdem wir den Hafen von Bremerhaven verlassen haben, gibt es das letzte Event, die Hobbyfotografen beginnen um die besten Plätze zu buhlen und der Helikopter mit  den Profifotografen an Bord, soll unvergessliche Bilder dieser 4 wunderbaren, weiß-türkisen Schiffe machen.

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Mir persönlich ist es mittlerweile zu spät geworden und ich mache mich auf den Weg in meine Kabine um endlich zu schlafen. Eigentlich stört es mich sehr, dass ich meine Augen nicht mehr offen halten kann, nur zu gerne hätte ich auch ein Foto von den Schiffen selbst gemacht, also raffe ich mich ein letztes Mal auf und gehe an Deck um die Phoenix Flotte auf diesem Bild zu verewigen.

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01.08. Der Tag auf See beginnt schon mal ziemlicht entspannt. Ein gutes Frühstück, dann zum Kaffee,  ein Seemannsfrühshoppen und an Deck

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und für den Rest des Tages einfach die Seele baumeln lassen, die unendlichen Weiten des Meeres genießen.

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Unsere Gruppe trifft sich in der Bar um gemeinsam zum Kaptiänsempfang zu gehen.

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Am Abend lädt Kapitän und Kreuzfahrtdirektor zum Willkommens Cocktail und danach geht es zum Willkommens Gala Dinner.

Am Dienstag den 02. August legen wir in Bergen an. Bergen ist immer einen Aufenthalt wert, auch wenn man schon einige Male da war, die Stadt ist immer attraktiv.

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Diesmal ist uns der nordische Wettergott nicht unbedingt hold, aber für den Stadtspaziergang hält das Wetter noch.

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Wer einen ausführlichen Bericht zu Bergen lesen möchte, sollte auch den Blogbeitrag zu“Norwegens Fjorde“ ansehen.

Nach Ankunft in der Fischhalle beginnt es wirklich zu „schütten“ – Die Stadt Bergen macht ihren Ruf alle Ehre. Wir sind aber gut im Trockenen und lassen uns die herrlich, frischen Gerichte – ganz nach norwegischer Art richtig schmecken.

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Ich persönlich nutze eine kurze Regenpause und spaziere zurück zum Schiff. Nach an einem wundervollen, trotz Regen, gelungenen Tages, freuen wir uns auf die Fahrt durch die Schärenlandschaft.

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Diese wundervolle Ausfahrt wird natürlich in Bildern festgehalten.

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Wir genießen den Abend an Bord, nutzen die Zeit um auch einmal die Shows zu sehen und um zur Musik der Live Bands das Tanzbein zu schwingen.

Schon um 8 Uhr morgens erreicht MS Artania das malerische Åndalsnes im Romsdalfjord. Von der Fahrt durch den Fjord haben wir wenig mitbekommen – schade, aber am Nachmittag werden wir dies nachholen.

Schon bei Ankunft ragt das futuristische Gebäude des „Norwegian Mountaineering Centers“ heraus. Das Norwegische Bergsteigerzentrum (Norsk Tindesenter) ist ein neues Erlebniszentrum in Åndalsnes und es beherbergt das Norwegische Bergsteigermuseum, welches die spannende Geschichte  der Bergsteigerei in Norwegen zeigt. Hier findet man  auch Norwegens höchste Kletterwand mit Schwierigkeitsstufen für alle von 3 bis 103 Jahren. Es gibt 60 verschiedene Routen zu bezwingen.

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Zusätzlich ist das Center Ausgangspunkt für spektakuläre Klettererlebnisse wie „Romsdalsstigen Via Ferrata“. Also auf jeden Fall genug Spaß für alle.

Wir werden heute mit der Raumabahn nach Bjorli fahren und dann zur Trollwand. Die Raumabahn, fährt den gleichnamigen Fluss entlang und soll die schönste Bahnstrecke Europas sein.

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Wir fahren durch wundervolle, atemberaubende Natur und das Wetter an diesem Tag ist für so einen Ausflug einfach perfekt.

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Von Bjorli gehts dann per Bus weiter zur Trollwand. Diese Felswand ist Europas höchste Steilwand. Mehrere Kletterrouten führen durch die Wand, eine davon zählt zu den längsten Kletterouten Europas.

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Die Trollwand gehört zum Gebirgsmassiv Trolltindene. Die Felswand ragt 1700 Meter über die Talsohle. Der senkrechte Teil der Wand ist bis zu 1000 Meter hoch und hängt bis zu 50 Meter über.

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Um 15 Uhr verlassen wir schon wieder dieses verträumte Dorf und nehmen Kurs auf Molde – die Stadt der Rosen.

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Hier kommen die Gäste der Überlandtour wieder an Bord und wir haben Zeit für einen kleinen Stadtspaziergang. Das Wetter ist immer noch herrlich und der Himmel scheint hier noch etwas blauer zu sein.

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Der Beiname – Stadt der Rosen – bezieht sich auf die vielen üppig blühenden Rosengärten rund um die Stadt, die ich vergeblich gesucht habe.

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Diese kleine Fjordstadt ist voller Charme und Atmosphäre. Wer Zeit hat, sollte unbedingt die Fahrt über die Atlantikstraßen machen. Diese Autofahrt soll zu den schönsten der Welt zählen. Sie ist 8274 Meter lang, acht Brücken schlängeln sich zwischen Inseln, Holmen und Schären und sind untereinander durch herausfordernde Straßenabschnitte verbunden, die im Gestein der Küstenlandschaft fest verankert sind.

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Um 21 Uhr verlassen wir dieses nette Küstenstädtchen und dürfen uns an einen fulminanten Sonnenuntergang erfreuen.

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Solche Momente scheinen für die Ewigkeit zu sein und berühren einfach die Seele, sie lassen unsere Herzen höher schlagen und alle irdischen Dinge scheinen in weite Ferne zu rücken.

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Ganz besonders eindrucksvoll wird dieses Schauspiel dann, wenn die Sonne das Meer küsst und hinter dem Horizont verschwindet um auf der anderen Seite der Welt, in den selben wunderschönen Farbtönen des Sonnenaufganges, am Horizont wieder zu erscheinen und um einen neuen Tag ins Leben zu rufen.

Unseren nächsten Tag werden wir auf See verbringen und auch den Polarkreis überqueren. Das heißt Polartaufe….

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Neptun wird mit seinem Gefolge an Bord kommen, um alle Gäste von irdischen Staub zu befreien, damit sie in sein Reich eintreten dürfen. Niemand an Bord möchte dieses Spektakel vermissen.

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Der Kapitän erhält nach Übergabe der Passagierliste den Schlüssel um ins nördliche Reich Neptuns vorzudringen.

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Selbst wenn ihr es jetzt nicht glauben wollt, aber ich habe zum erstenmal, mit einem Schiff, den Polarkreis überquert und somit musste auch ich vor Neptuns Antlitz um von allem Irdischen gereinigt zu werden.

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Auch auf diese Weise kann man einen Vormittag auf See verbringen. Schon bald verlassen wir wieder das Nordmeer und tauchen in diese herrliche, norwegische Inselwelt ein.

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Unser Ziel der Svartisen Gletscher. Hier werden wir bis 23 Uhr vor Anker liegen.

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Ich verzichte auf den Gletscherspaziergang und genieße diese unglaublich, schöne Natur um mich. Man könnte Stunden an Deck verbringen, nur um in sich alles aufzusaugen und man ist dankbar für jeden Moment den man hier erleben darf.

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Wieder einmal hat man das Gefühl hier nur einen kleine Ameise zu sein.

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Langsam neigt sich auch wieder dieser Tag dem Ende zu und wieder einmal versinkt die Sonne im Meer, aber davor dürfen wir abermals Zeugen eines unglaublichen Sonnenunterganges werden. Der Gletscher reflektiert die dunkelroten Strahlen aber dunkle, gefährliche Gewitterwolken ziehen heran, die Sonne kämpft mit den Wolken um ihren Status und während dessen bricht um uns die kurze Nacht des nordnorwegischen Sommers herein.

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Je nördlicher wir kommen, desto kürzer werden auch die Nächte. Wenn wir Spitzbergen erreichen, wird die Sonne untergehen und kurz darauf dürfen wir schon wieder die Sonne begrüßen.

Pünktlich legt MS Artania in Leknes/Lofoten an. Die Pier hier teilen wir uns mit AIDA cara und der Hafen ist ehrlich gesagt sehr naturbelassen. Nur ein kleiner Souveniershop am Eingang, ansonsten gibt es hier NICHTS.

Über das Bordreisebüro haben wir ein Auto gemietet und dieses wartet schon an der Pier auf uns. Auch heute lacht wieder die Sonne vom Himmel.

Hier trifft wirklich der Song „An Tagen wie diesen.. “ voll zu. Wahrscheinlich auch einer dieser besonderen Tage für die Bevölkerung auf den Lofoten.

Unser heutiges Ziel ist ein Dorf mit dem weltweit kürzesten Ortsnamen.

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Der Opa meines Mannes hat hier den Winter als Fischer verbracht. Nachdem die Saison beendet war, ist er dann wieder mit seinem Boot bis nach Tromso zurück gerudert. Unglaublich, wenn man bedenkt wie rau die nordwergische See im Winter ist.

Mein Mann will also ein wenig Familiengeschichte aufarbeiten und so beginnt unsere Tour über die Insel. Diese unglaubliche Natur lässt mich keinen Augenblick los.

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Als Österreicherin kenne ich natürlich die wundervollen Bergwelten, Gipfel und Almen. Dies hier ist ähnlich und doch so anders. Ist es die Stille, diese streßfreie Umgebung oder was macht es so anders?

Wir fahren der Küste entlang über Brücken, durch Tunnel, über Berge bis wir schließlich dieses nette, kleine Dörfchen an der Südspitze der Insel erreichen.

Was für eine Idylle mitten im „Nowhere“.

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„Å“ ist ein Museumdorf voller Leben. Hier werden alle Zünfte noch ausgeübt. Für mich ein eindrucksvoller Spaziergang durch den kleinen Ort, für meinen Mann ein Teil seiner Geschichte, seiner Herkunft und seiner Wurzeln.

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Bekannt ist „Å“ auch für seine Zimtschnecken, die hier noch nach alter Tradtition in einem „antiken“ Ofen gebacken werden. Diese wollen natürlich auch wir verkosten und ich sage euch – sie schmecken wirklich herrlich.

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Leider müssen wir aber auch schon wieder an unseren Heimweg denken und so verlassen wir wieder diesen eindrucksvollen Ort und ich kann jetzt gar nicht verstehen, warum der Opa wieder nach Tromso gerudert ist, wo es hier doch so schön ist.

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Es sind auch immer wieder diese Lichtverhältnisse, die mich so faszinieren. Auf der Rückfahrt ist es ziemlich still im Auto, jeder von uns genießt einfach diese herrliche Aussicht.

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Für mich zählen die Lofoten zu den schönsten Inseln der Welt. Mein Mann und ich kehren glücklich über das, was wir an diesem Tag erleben durften, an Bord zurück.

Wieder einmal neigt sich ein Tag dem Ende zu. Wieder einmal werden wir bis spät in die Nacht an Deck sitzen und diese wunderbare Umgebung, diese atemberaubende Fjord- und Inselwelt bestauen und die Sonnenuntergänge bewundern.

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Wir verabschieden uns von den Lofoten mit der unvergleichlichen Auslaufmelodie „Audemus“ und nehmen Kurs auf die Heimatstadt unseres Kapitäns und die Stadt in der ich ein Jahr lang gelebt habe.

Guten Morgen Tromso. Heute wird ein Familientag eingelegt. Wir erwarten Freunde und Familie, wollen das Grab der Schwiegermutter besuchen – so einfach einen ganz normalen Familientag verbringen.

Mit MS Albatros oder der Amadea liegt man im Stadthafen, das heißt in wenigen Minuten ist man mitten im Zentrum. Mit MS Artania müssen wir allerdings in einen anderen Hafen – mit ihrer Höhe kommen wir leider nicht durch die Brücke.

Tromso kann man gut alleine, ohne gebuchte Tour, machen. Einfach ein Taxi für einige Stunden nehmen und über die Insel fahren. Emfpehlen würde ich hier Polaria, natürlich die Eismeerkathedrale

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und bei Schönwetter die Seilbahn auf den Hausberg von Tromso, „Storsteinen“. Hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Inselwelten um die Stadtinsel.

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Einen Spaziergang durch die Fußgeherzone des Stadtzentrum sollten Sie keinesfalls verpassen.

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Für mich ist es auch immer wieder spannend, die Stadt nach einiger Zeit, wieder zu erkunden. Was hat sich verändert, wie hat sie sich entwickelt? Seit meiner Zeit hier ist natürlich viel Gletscherwasser ins Meer geflossen und natürlich hat sich auch hier viel verändert. Obwohl Tromso eine wahnsinnig große Uni hat, also eine Studentenstadt ist, eine gute Infrastruktur hat, fehlt mir etwas. Ich finde die Lofoten viel schöner und auch landschaftlich imposanter. Es ist aber dennoch die Stadt meines Mannes und ein Teil der Wurzeln unserer Kinder.

Der Tag vergeht einfach viel zu schnell und so müssen wir auch schon wieder an Bord.

Wir verlassen Tromso und vor uns liegt nun das Tor zum nördlichen Eismeer.

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Auch heute Abend ziehen wieder gewaltige Gewitterwolken auf und es beginnt wieder ein besonders Schauspiel am Himmel.

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2 Antworten auf “Norwegen,Nordkap und Spitzbergen”

  1. Hallo Waltraud,

    Danke für diesen schönen und intensiven Bericht und die vielen tollen Fotos!

    Ja, diese ‚Mehrfach‘-Treffen von Phoenix sind schon etwas besonderes!
    Ich hatte im September 2015 an Bord der MS Albatros auf dem Weg nach Norwegen das Glück, das letzte große Dreier-Treffen (damals noch ohne die MS Deutschland) mitzuerleben. Die Stimmung in Terminal war schon klasse und dann das Auslaufen abends gegen 18 Uhr bei bestem Wetter war der absolute Hammer. Die Schiffs-Typhone wollten gar nicht aufhören zu tuten, auf allen drei Schiffen waren die Außendecks voll besetzt und und alle Menschen – Gäste wie auch Crew – überboten sich förmlich beim Winken!
    Wirklich unvergeßliche Momente 🙂

    Liebe Grüße aus OS
    Klaus

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  2. Liebe Frau Hansen,

    ich hatte beim Lesen Ihres Berichtes an einigen Stellen einen Kloß im Hals und kann Ihnen nur zustimmen: Ich habe am meisten im Leben aus den negativen Erlebnissen gelernt und bin dadurch stärker, aber nicht hart, geworden. Das sind die Herausforderungen oder besser gesagt Aufgaben, die sich uns immer wieder in den Lebensweg stellen und die es anzunehmen gilt, um dann wieder in die „Fahrrinne“, wenn es vielleicht auch dann eine andere sein wird, hineinzukommen. Ich hoffe, Sie haben viel positive Energie auftanken können!
    Herzlichst aus Deutschland
    Helga E.-D.

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