Norwegen,Nordkap und Spitzbergen

Am 31. Juli startet meine Reise, als Reiseleiterin einer Gruppe von 45 Personen ins nördliche Eismeer.

In den frühen Morgenstunden, bei sommerlichen Temperaturen sammeln wir unsere Gäste in Minivans ein und beginnen den Transfer zum Flughafen Wien Schewechat. Dort treffen wir auf den Rest der Reisegruppe. Einige davon werden auf MS ALBATROS, für die Route „Große Großbritannienreise“ einchecken und der andere Teil auf MS ARTANIA für Norwegen, Nordkap und Spitzbergen.

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Von den sommerlichen Temperaturen Mitteleuropas wird uns unsere Reise bis an riesige Gletscher des nördlichen Eismeeres führen. Wir werden uns die Nächte zum Tag machen, da dort im Sommer die Sonne niemals untergeht und die gewaltige Natur uns auch Nachts nicht schlafen lassen wird. Wir werden den nördlichsten Punkt Europas passieren um dann auf dem Nordkap in die Endlosigkeit zu blicken. Unsere Kreuzfahrt wird uns die unfassbare Natur eines Landes zeigen, von der viele noch lange sprechen werden. Wir werden eine Tierwelt in Wasser und an Land sehen, so wie wir sie nur in Zoos zuvor gesehen haben. Das Wetter wird einige Male zur Herausforderung werden und die Kulinarik eines Landes wird unsere Gaumen verwöhnen. Am Ende der Reise kreuzen wir in den schönsten Fjorden und bewundern die Vereinbarkeit mit Mensch und Natur.

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Unser Flug führt uns von Wien über Frankfurt nach Bremen. Als Reiseprofi kenne ich den Flughafen Frankfurt am Main nur zu gut und weiß, dass man genügend Zeit für einen Flugzeugwechsel einplanen muss. Wir haben noch kurz Zeit für einen Kaffee und dann geht’s schon wieder weiter. Der Flughafen in Bremen ist übersichtlich, ordentlich und grundsätzlich sind alle sehr freundlich, wenn man den trockenen Humor der norddeutschen Bevölkerung verstehen will.

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Wir haben einen Privattransfer nach Bremerhaven gebucht. Unser Fahrer erwartet uns bereits in der Ankunftshalle. Auf der Strecke Bremen – Bremerhaven sollte man auch genügend Zeit einplanen, da es immer wieder zu Behinderungen kommen kann.

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Derzeit werden Wartungsarbeiten durchgeführt und es ist nur eine Fahrspur frei. Wenn man Zeit hat, ist alles viel entspannter und so können wir uns über die vielen „Drängler“ ziemlich amüsieren und das macht uns die Fahrt sehr kurzweilig.

Ich erzähle meinen Gästen während der Fahrt, was sie am Cruise Terminal in Bremerhaven erwarten wird. Schließlich ist es nicht nur für Phoenix Reisen und dem Hafenmanagement ein großer Tag, den es logistisch zu bewältigen gibt. Auch viele Schaulustige und Besucher sind gekommen um das Flottentreffen der 4 Phoenix Schiffe zu bestaunen. So werden sich an diesem Tag inklusive der Passagiere rund 10.000 Menschen an der Columbuskaje tummeln.

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Viele Aktivitäten wurden dafür geplant und bis meine Gäste an Bord der Schiffe gehen können und ihr schwimmendes Zuhause für die nächste Wochen erkunden können, gibt es viel zu sehen.

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Bei unserer Ankunft können wir sofort einchecken, aber die Schiffe müssen erst noch für die neuen Gäste „flott“ gemacht werden und so haben alle noch Zeit das bunten Treiben im Terminal zu beobachten.

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Nun kann ich meine Gruppe sich selbst überlassen und das „alte“ Traumschiff“ MS Deutschland, das für den Sommer von Phoenix Reisen gechartert wurde, besichtigen.

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Zu oft habe ich dieses wunderbare Schiff über den Bildschirm kreuzen gesehen und nun darf ich es endlich betreten. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich bekennender Fan der ZDF Serie „Das Traumschiff“ bin, da die Aufnahmen einfach unverwechselbar sind und es eine Lust an Kreuzfahrt und Reisen vermittelt, wie keine Andere.

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Die Deutschland zählt zu den gemütlichen  Klassikern unter den kleineren Ozeanlinern. Hier trifft die Redewendung „klein aber fein“ völlig zu. Luxuriöse Ausstattung der 20iger Jahre gemischt mit familiärer Phoenix Atmosphäre.

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Von Kapitän Hubert Flohr, der schon vor vielen Jahren, das Traumschiff durch die Weltmeeren geführt hat, bekomme ich eine hoch interessante und persönliche Führung. In jedem seiner Worte kann man erkennen, wie tief sein Herz mit diesem Schiff verankert ist.

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Mit maximal 400 Gästen ist es das kleinste Schiff in der Flotte. Die Kabinenausstattung steht aber keinem modernen Schiff hinten an.

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Der Spa Bereich ist wunderschön und strahlt schon beim Betreten eine besondere Ruhe aus. Restaurants und Bars wirken sehr einladend. Überhaupt strahlen alle öffentlichen Räumlichkeiten eine gewisse Gemütlichkeit, verbunden mit dem Luxus der Vergangenheit, aus.

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Nach einer kleinen Kaffeepause muss ich mich leider von diesem Traumschiff verabschieden und mein Weg führt mich zur Albatros, der „weißen“ Lady“ aus der beliebten  ARD Doku „Verrückt nach Meer“. MS Albatros und das Team an Bord sind mir mehr als vertraut, da mein Mann einer der Kapitäne dort ist, derzeit aber auf MS Artania seinen Dienst nachgeht. Hier werde ich nun meine Gruppe, bei einem Cocktail und leckeren Fingerfood, auf die „Große Großbritannienkreuzfahrt“, verabschieden.

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Ich freue mich sehr darauf um viele Gäste endlich persönlich kennenzulernen, da ich einige nur aus Emails und Telefongesprächen kenne. Zu gerne hätte ich diese Gesellschaft länger genossen, aber auch ich musste ein Schiff erreichen und so verabschiedete ich mich nur schweren Herzens. Dennoch ist es schön zu wissen, dass ich diese gelaunten, voller Vorfreude und fröhlichen Gäste an Bord der „weißen Lady“ in den besten Händen des Teams dort, zurückzulassen kann.

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Auf dem Weg zur Artania merke ich die ersten Ermüdungserscheinungen, schließlich bin ich bereits seit 16 Stunden auf den Beinen und die 2 Stunden Ruhe vor unserer Abfahrt zu Hause waren einfach zu wenig. Dennoch muss ich noch ein paar Stunden durchhalten bevor ich den wohlverdienten Schlaf fallen darf.

Für ein Einschiffungsfoto ist man nie zu müde und es muss einfach sein, da es eine wunderbare Erinnerung an die Kreuzfahrt ist. Also lächeln und „klick“, das wars, nun darf ich endlich mein liebstes aller Phoenix Schiffe MS Artania – die „Grand Lady“, betreten.

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Begrüßt werde ich von Kreuzfahrtdirektor Thomas Gleiss, den ich auch schon von vielen Kreuzfahrten kenne und der uns in all den Jahren ein guter Freund geworden ist.

Nun noch schnell meine Gäste an Bord aufsuchen, nachfragen ob auch alle mit den Kabinen zufrieden sind, aber auch um zu sehen, ob es alle bereits an Bord geschafft haben. Aufgrund der guten Logistik sind alle glücklich, wenn auch etwas müde, an Bord und jeder sieht dem großen Auslaufevent entgegen. Die ersten kleinen Boote mit Besuchern und Schaulustigen haben sich bereits in nächster Nähe der 4 Phoenix Schiffe positioniert um ihren Gästen den besten Ausblick zu verschaffen.

Nachdem schon Frühstück und Mittagessen für mich ausgefallen ist, lasse ich das Abendessen auch aus, die nächsten Tage werde ich wahrscheinlich froh darüber sein.

Mittlerweile ist es spät geworden und nun darf auch ich mich zurück ziehen und die Show beim Auslaufen genießen. Die letzten Besucher müssen nun die Artania verlassen und sie warten an der Pier auf das große Abschiedswinken.

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Vor der Artania spielt eine Band wundervollen Jazz und der Kapitän beginnt mit dem Ablegemanöver. 1000 Hände winken uns vom Terminal und den Booten zu. Kapitän Hansen lässt als Abschied 3x  das Schiffshorn erklingen und gleich danach hören wir an Bord „Audemus“ – die Auslaufmelodie der „Grand Lady“, die für zusätzliche Gänsehaut sorgt.

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Es ist einfach wunderbar wenn sich so ein Schiff in Bewegung setzt und Emotionen in Menschen hervorruft, von denen sie selber gar nichts wussten. Selbst ich ertappe mich immer wieder, wenn sich meine Augen mit Salzwasser füllen. Gerade diese Reise ist eine meiner emotionalsten überhaupt. Man bereitet ein Jahr oder vielleicht auch länger die Kreuzfahrt vor, plant für die Gäste bis ins letzte Detail um allen eine unvergessliche Reise zu bieten und dennoch passieren kurzfristig Dinge, die einem einfach aus der Bahn werfen. Sich aus solchen unvorhersehbaren Momenten zu befreien und neu zu motivieren, erfordert eine unglaubliche Selbstdisziplin. Mut und Zuversicht geben dann die Gäste, die sich auf eine schöne, vielleicht unvergessliche Reise begeben und diese haben nur das Beste verdient. Ihnen gegenüber habe ich Verantwortung übernommen, die am Tag der Ankunft zu Hause endet und für die ich einstehe.

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Diese Kreuzfahrt beginnt also für mich mit Gänsehaut und vielen Emotionen. Es ist eine Reise ins Ungewisse und nun gilt es die negative Energie umzuwandeln um daraus das Beste zu machen und um schlussendlich das Gute herauszuholen um eine, im Endeffekt, positive und unvergessliche Erinnerung daraus zu machen. Eine Herausforderung der besonderen Art aber auch aus negativen Ereignissen kann man lernen und das darf man nie vergessen.

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Nachdem wir den Hafen von Bremerhaven verlassen haben, gibt es das letzte Event, die Hobbyfotografen beginnen um die besten Plätze zu buhlen und der Helikopter mit  den Profifotografen an Bord, soll unvergessliche Bilder dieser 4 wunderbaren, weiß-türkisen Schiffe machen.

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Mir persönlich ist es mittlerweile zu spät geworden und ich mache mich auf den Weg in meine Kabine um endlich zu schlafen. Eigentlich stört es mich sehr, dass ich meine Augen nicht mehr offen halten kann, nur zu gerne hätte ich auch ein Foto von den Schiffen selbst gemacht, also raffe ich mich ein letztes Mal auf und gehe an Deck um dieses Bild zu verewigen.

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2 Antworten auf “Norwegen,Nordkap und Spitzbergen”

  1. Hallo Waltraud,

    Danke für diesen schönen und intensiven Bericht und die vielen tollen Fotos!

    Ja, diese ‚Mehrfach‘-Treffen von Phoenix sind schon etwas besonderes!
    Ich hatte im September 2015 an Bord der MS Albatros auf dem Weg nach Norwegen das Glück, das letzte große Dreier-Treffen (damals noch ohne die MS Deutschland) mitzuerleben. Die Stimmung in Terminal war schon klasse und dann das Auslaufen abends gegen 18 Uhr bei bestem Wetter war der absolute Hammer. Die Schiffs-Typhone wollten gar nicht aufhören zu tuten, auf allen drei Schiffen waren die Außendecks voll besetzt und und alle Menschen – Gäste wie auch Crew – überboten sich förmlich beim Winken!
    Wirklich unvergeßliche Momente 🙂

    Liebe Grüße aus OS
    Klaus

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  2. Liebe Frau Hansen,

    ich hatte beim Lesen Ihres Berichtes an einigen Stellen einen Kloß im Hals und kann Ihnen nur zustimmen: Ich habe am meisten im Leben aus den negativen Erlebnissen gelernt und bin dadurch stärker, aber nicht hart, geworden. Das sind die Herausforderungen oder besser gesagt Aufgaben, die sich uns immer wieder in den Lebensweg stellen und die es anzunehmen gilt, um dann wieder in die „Fahrrinne“, wenn es vielleicht auch dann eine andere sein wird, hineinzukommen. Ich hoffe, Sie haben viel positive Energie auftanken können!
    Herzlichst aus Deutschland
    Helga E.-D.

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