Ithaka

…… ist eine der ionischen Inseln. Eine Insel die eher durch Homers Odysseus berühmt ist, als durch Touristenströme. Ithaka ist eine der Inseln, wo man sich Sonntags zum Frühshoppen trifft, wo Menschen vor ihren Häusern sitzen und ihre Lebensgeschichten erzählen, wo man Familien in der Eisdiele trifft. Es ist ein Ort wo man sich sein Olivenöl vom Bauern direkt holt, wo man Zitronen und Orangen von den Bäumen pflückt und frisches Gemüse auf dem Markt kauft. Wo Schafe und Ziegen auf den Straßen für Staus sorgen. Das Wasser ist glasklar, leuchtet heute in türkis-blau und man möchte am liebsten ein Bad in dieser Lagune nehmen. In den Sommermonaten ankern Boote mit weißen Segeln in den Buchten der Insel.

Sailing yacht boats in Kioni port, Ithaka island, Greece

Homer hätte für seinen Helden keinen schöneren Ort finden können, um ihn in den Trojanischen Krieg aufbrechen zu lassen. Odysseus soll 10 Jahre für seine Heimkehr gebraucht haben und insgesamt 20 Jahre unterwegs gewesen sein. Seine geliebte und sehr treue Gattin Penelope hat hier sehnsüchtig auf ihn gewartet. Vielleicht hat auch sie der Insel dieses „gewisse Etwas“ geschenkt. Der Sagenheld ist tief mit Ithaka vereint und man trifft überall auf Hinweise darauf.

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Im Café am Hafen treffen wir den Hafenmeister und er erzählt uns ein wenig über das ruhige Leben auf der Insel. Eigentlich wollten wir nur einen Kaffee trinken und mein Mann wollte sich die Anlegestelle der Tenderboote im Hafen ansehen und nun finden wir uns in einem Auto mit 2 netten Jungs der Coast Guard, wieder. Der Hafenmeister hat darauf bestanden, uns seine Insel zu zeigen und ich freue mich darüber besonders.

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Die beiden jungen Männer versehen Ihren Militärdienst hier. Sie haben sich, nach dem Studium und der mangelnden Jobmöglichkeiten, für die Offizierslaufbahn nach dem obligatorischen Militärdienst, entschieden. Einer davon meinte, dass die Insel für junge Menschen fast zu ruhig und eher langweilig ist – vor allem im Winter und dass es sehr wenige Mädchen in deren Alter hier gibt. Kann ich mir gut vorstellen, wenn da gerade mal 3000 Menschen wohnen. Sie freuen sich auf die Sommersaison, wo dann ein wenig mehr los ist und sie damit auch mehr zu tun haben.

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Ich bin überrascht wie viel die Beiden über die Geschichte der Insel wissen. Mit ihren trockenen, humorvollen Kommentaren erinnern mich auch ein wenig an unseren Sohn. Während der Fahrt erfahren wir, dass sie 2 Jahre hier verbringen werden. 1/4 jährlich dürfen Sie nach Hause reisen und dann auch nur für wenige Tage. Nach diesen 2 Jahren wird es dann Zeit, ins Leben entlassen zu werden und dann sollten Sie wissen, was sie machen wollen. Junge Menschen eben, wie in jedem Land auch. Beide sind sehr gebildet und wohlerzogen.

Unser Weg führt uns auf die höchste Erhebung der Insel, den 809m hohen Berg Niritos. Hier steht ein Monument, dass zu Ehren der Mutter Gottes errichtet wurde. Der Geschichte nach, soll hier ein Bauer sieben Tage lang ein helles Licht vom Himmel, am selben Platz, gesehen haben. Am siebenten Tag begann er zu graben und fand eine Marienstatue die von den Türken dort vergraben wurde. Das Monument war versperrrt, aber man hat von diesem Berg eine sehr schöne Aussicht auf den verträumten Hafen von Vathi.

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Unsere Fahrt führt uns vorbei an Orangenhainen und Zitronenfeldern, durch malerische Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben ist.  Im verträumten Ort Pelikata soll einst der Palast des Odysseus gestanden haben.

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In Stavros, das Archiälogen hauptsächlich mit Homer in Verbindung bringen, machen wir einen kleinen Stop. Im Zentrum des Ortes befindet sich ein kleiner Park, indem ein Nachbau des Schlosses von Odysseus zu sehen ist. Wir machen noch schnell ein Foto von diesem berühmten Helden bzw. seiner Büste, um dann wieder nach Vathi zurückzukehren.

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Leider konnten wir nicht die Grotten der Nymphen besuchen, da diese aus Sicherheitsgründen derzeit gesperrt sind. Hier hat der Sagenheld die Geschenke des Königs der Phaiaken, Alkinoos, versteckt.

Es ist auch wieder Zeit das Tenderboot zurück zum Schiff zu nehmen, da wir bald wieder den Anker lichten und Kurs auf Montenegro nehmen.

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Wir verabschieden uns von unseren beiden Offizieren und Gentlemens, sie haben einen tollen Job gemacht, einen guten Eindruck hinterlassen und uns die Insel vertraut gemacht.

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Ithaka ist ein fast unberührtes, grünes Inselparadies, mit bunten Häusern, malerischen Buchten in denen kleine Fischerboote ankern, verträumten Stränden mit glasklarem Wasser  und ganz viel Geschichte. Sämtliche Sinne werden hier angeregt und auf Schritt und Tritt hat man das Gefühl von Penelope und Odysseus begleitet zu werden.

„Follow your heart, it knows the way“

Eure Waltraud

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5 Antworten auf “Ithaka”

  1. Hallo Waltraud,
    wieder mal ein sehr intensiver Bericht von Dir mit tollen Fotos, die zum Träumen einladen!
    Ja, Griechenland ist klasse – vor allem bei so einem Wetter!!
    LG Klaus

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  2. Hallo Waltraud,

    aber gerne doch 🙂

    Mal eine kurze OFFTOPIC-Frage:
    wie lange seid Ihr noch auf der Albatros?
    Ich bin Mitte September mit der Artania im Ärmelkanal unterwegs und würde mich freuen, Deinen Mann dann wiederzusehen 🙂

    LG Klaus

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    1. Ich bin derzeit zu Hause, die Reise war schon vor 2 Wochen, leider hatte ich keine Zeit den Bericht fertigzustellen, was ich nun mache, da es morgen schon wieder nach Mallorca geht und ich dann wieder berichten muss. Wir sind im Ärmelkanal mit eine Reisegruppe an Bord – dann sieht man sich ja! 🙂

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