„Verrückt nach Meer“ – Tag 3

Sorry, habe euch jetzt einige Tage ohne Bericht „hängen“ gelassen, hatte sehr viel zu tun und wenig Zeit zum Schreiben, aber hallo – I am back! Ich erzähle noch immer von unserer Kreuzfahrt „Auf den Spuren von Verrückt nach Meer“ von 31.10.16 – 05.11.16.

Wow – schon vor 08:00 Uhr legen wir in Zadar an. Von diesem Manöver, in den frühen Morgenstunden, habe ich nichts mitbekommen. Heute will ich einfach richtig ausschlafen. Wir machen ja Ferien und sind nicht auf der Flucht. Zadar selber ist auch für mich ein neuer Hafen und da ich spät dran bin, sind fast alle Gäste bereits auf Ausflug oder an Land. Selbst das Frühstück habe ich verschlafen – schadet nicht – und daher entscheide ich mich sofort in die Stadt zu gehen, eventuell ein kleines Frühstück einzunehmen und um einen kleinen Rundgang zu machen.

Ein wenig verwöhnt wurden wir schon durch Koper mit „Hafen mitten in der Stadt“. Hier ist nichts mit Stadtnähe, das Hafengelände ist eine Großbaustelle und sehr weitläufig. Mhhm…. mit länger gehen habe ich es heute eigentlich nicht so. Das Wetter ist auch, sagen wir mal: passt sich meiner Laune an. Könnt ihr auch auf dem Foto sehen.

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Hätte ich doch nur das Tagesprogramm gelesen, dann wäre ich jetzt gut informiert, z. B. dass es einen Shuttlebus in die Stadt gibt, dass ich das Ticket dafür schon am Abend davor hätte bestellen sollen oder dass es vor dem Hafengelände kaum Taxis gibt. Tja was macht man da? Etwa mehr als 3 km Fussmarsch auf sich nehmen oder wieder aufs Schiff? Ratet mal??

Ein guter Rat von mir an dieser Stelle, das Tagesprogramm, welches die Gäste jeden Abend (für den nächsten Tag) in Ihrer Kabine vorfinden, sollte während der Kreuzfahrt die Bibel sein. Alle wichtigen Informationen zu den Landgängen, dem Reiseziel/Hafen, über die Bordveranstaltungen, Öffnungszeiten der Restaurants, des Friseurs oder Spa, aber vor allem das Wichtigste – Abfahrtszeit des Schiffes und wann die Gäste wieder an Bord sein müssen. Sogar die Telefonnummer des Schiffes und die der Agentur vor Ort, ist angeführt. Wer das Tagesprogramm nicht liest ist eben selber schuld.

Lange Zeit haben wir ja in Zadar sowieso nicht, da das Schiff um 14 Uhr wieder ablegt und Kurs auf Montenegro nimmt.

Wie ihr mittlerweile wahrgenommen habt, habe ich wieder auf das Schiff zurückgezogen und genieße einfach das süße Nichtstun. Dabei beobachte ich die Besatzung während der Arbeit und muss alle wirklich loben.
Die Bedienungen sprechen nach nur 2 Tagen ihre Passagiere bereits mit dem Namen an und sie schaffen es immer wieder – ich bin übrigens nicht die Einzige, die an Bord bleiben musste – den Gästen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Wenn man bedenkt, die Arbeitsstunden die sie täglich leisten, 7 Tage die Woche und das auf 9 Monate gerechnet, ohne Urlaubstage, ohne Feiertage  usw…  In dieser Zeit wohnen sie auf wenigen Quadratmetern, man könnte fast sagen, es ist eine große Wohngemeinschaft.

Die Zeit für Landgänge ist eingeschränkt und die meisten verlassen das Schiff nur um freies Wlan zu bekommen, um kostengünstig mit den Lieben fernab, telefonieren zu können oder um Einkäufe zu machen. Grundsätzlich nützen fast alle Mitarbeiter ihre geringe Freizeit um sich zu erholen oder auszuruhen, also wenig bis keine Zeit um Auflüge oder Besichtigungstouren zu machen. In der Regel hat jeder seine Zimmerstunden zwischen den Diensten und diese muss man einfach nützen, sonst zeigen sich sehr schnell die ersten Ermüdungserscheinungen.
Der Besatzung wird ein netter Aufenthaltsraum, der mit Spielekonsolen, einem Karaokegerät und vielen anderen Freizeitvergnügungen bestens ausgestattet ist, zur Verfügung gestellt. Dort finden auch regelmäßig ökomenische Andachten statt, die von den Bordgeistlichen angeboten werden und auch immer regen Zustrom finden.

Besonders hervorheben muss man ja die Jungs und Mädls in der Küche. Man bedenke, dass diese die Gäste kaum zu Gesicht bekommen und sie eine wahnsinnig harte Arbeit ausführen. Schon alleine die Temperaturen, die dort während des Service herrschen sind gewaltig. Die Abwäscher die hunderte von Teller und diverse Schüsselchen spülen. Diese müssen wieder wegräumt und gesichert werden und das x mal täglich. Schließlich befinden wir uns auf einem Schiff und da muss jedes Töpfchen und Tellerchen sowie viele andere Dinge immer gesichert sein. Das wird übrigens ständig überprüft.

Eigentlich ein knochenharter Job, (den ich übrigens selber auch vor vielen Jahren gemacht habe) der hier auf diesem Schiff mit viel Herz und Liebe zum Detail ausgeübt wird, um den Passagieren den bestmöglichen Service und Komfort bieten zu können.

Ich persönlich kenne einige Besatzungsmitglieder – auf MS Albatros – bereits viele Jahre und wie schön ist es eigentlich, wenn ein Betrieb Mitarbeiter beschäftigt hat, die nicht als Crew zurückkommen sondern als Familienmitglieder.

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  1. Sehr schön beschrieben! Spricht mich sehr an, diese Haltung dem Personal gegenüber. Gefällt mir ausnehmend gut! Und das mit dem Tagesprogramm kann ich nur bestätigen. Lesen, immer bei sich haben, damit man alles nachschauen kann und sich darauf verlassen. Damit ist man bestens beraten!

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